Freie Trauung
Ablauf einer Freien Trauung
Freie Trauung

Ablauf einer Freien Trauung

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Es gibt erstaunlicherweise immer noch viele Leute, die noch nie im Leben auf einer Freien Trauung waren.
Entweder, weil sie generell noch nicht so häufig auf Hochzeiten waren oder weil bisher all ihre Freunde in der Kirche oder „nur“ auf dem Standesamt geheiratet haben.

Deshalb stellen sich viele die Frage: „Wie läuft so eine Freie Trauung eigentlich ab? Was muss ich bei der Planung einer Freien Trauung beachten? Ist der Ablauf so ähnlich wie in der Kirche?

Wie unterscheidet sich der Ablauf einer Freien Trauung vom Ablauf eines Hochzeits-Gottesdienstes?

Ich würde einmal behaupten, dass es 5 Elemente gibt, die sowohl bei Freien Trauungen als auch bei kirchlichen Trauzeremonien immer gleich sind:

  • der Einzug
  • das Ja-Wort
  • der Ringtausch
  • die Fürbitten bzw. gute Wünsche von Freunden und Angehörigen
  • der Auszug

Ansonsten gibt es natürlich bei beiden Trauformen auch ein paar Lieder zwischendurch (wobei man in der Kirche bei der Liedauswahl leider oft eingeschränkt wird), aber das war’s auch schon an Gemeinsamkeiten.

Der größte Unterschied zwischen Freien und kirchlichen Trauungen ist der persönliche und individuelle Bezug zum Hochzeitspaar.

In einer Freien Trauung steht das Paar im Mittelpunkt – es geht hauptsächlich um seine Geschichte, um seine Ziele und Wünsche, um seine Werte, um Hobbys und Charakterzüge, um Freunde und Familie, um den Heiratsantrag. Einfach um alles, was das Paar ausmacht.

In der kirchlichen Trauung steht Gott im Mittelpunkt. Hier wird der persönliche Teil über’s Brautpaar leider oft sehr kurz und knapp gehalten. Es stehen vielmehr die religiösen Inhalte im Vordergrund, die durch Gebete, Psalme und Lesungen oder Geschichten aus der Bibel vermittelt werden.

Natürlich ist es auch bei einer Freien Trauung möglich, Gebete oder Lesestellen aus der Bibel einzubinden. Aber trotzdem bleibt der Schwerpunkt beim Hochzeitspaar und seiner Geschichte.

 

Der Ablauf einer Freien Trauung

Da man bei einer Freien Trauung völlig frei und flexibel bei der Gestaltung der Zeremonie ist, ist natürlich auch der Ablauf nicht immer gleich.

Dennoch haben sich im Laufe der Zeit ein paar Elemente, Rituale und Inhalte bewährt, so dass sich eine bestimmte Reihenfolge beim Ablauf durchgesetzt hat.

Hier habe ich Euch mal so einen klassischen Ablauf einer Freien Trauung aufgeschrieben:

Ablauf Freie Trauung

  1. 1. Einzug

Beim Einzug kann das Hochzeitspaar frei entscheiden, wie es einlaufen möchte und welche Musik dazu gespielt werden soll.

Ihr könnt zusammen kommen und diesen Gänsehaut-Moment gemeinsam genießen.

Die Braut kann vom Vater, der Mutter, dem Bruder, der Schwester, vom eigenen Kind, etc. „gebracht werden“ und der Bräutigam steht schon ganz aufgeregt vorne und wartet dort auf seine Braut.

Oder aber der Bräutigam hat selbst auch einen großen Auftritt und kommt mit seinem(n) Trauzeuge(n) oder jemand anderem vorab nach vorne. Oft wird dazu auch ein ganz besonderes (lustiges) Lied gespielt.

Gerne laufen zu Beginn auch noch die Brautjungfern und Blumenkinder ein, um das Kommen anzukündigen.

Wie Ihr seht, sind Euch beim Einzug keine Grenzen gesetzt.

  1. 2. Begrüßung

Bei der Begrüßung können beispielsweise Gäste erwähnt werden, die von Weither angereist sind oder die eine bedeutende Rolle für das Hochzeitspaar spielen (wie z.B. die Großmutter, die trotz ihres hohen Alters zur Hochzeit gekommen ist).

Es kann aber auch an Menschen erinnert werden, die nicht (mehr) dabei sein können. Menschen, die z.B. aufgrund einer schweren Krankheit fehlen oder Menschen, die leider schon verstorben sind.

Werden Gäste bei der Begrüßung explizit erwähnt, ist die Freude und die Wertschätzung dieser Personen sehr groß.

  1. 3. Vorstellung des Brautpaares

Zu Beginn einer Freien Trauung wird meistens erzählt, wie sich das Paar kennengelernt hat und was es schon alles zusammen erlebt hat.

Es werden Meilensteine seiner gemeinsamen Geschichte (wie z.B. der erste Kuss, der Einzug in die erste gemeinsame Wohnung, der erste gemeinsame Urlaub, die erste Krise, die Geburt der Kinder, etc.) erzählt und auch, wann und wie der Heiratsantrag stattgefunden hat.

In diesem ersten Teil wird oft gelacht und manchmal fließen auch schon ein paar Tränen der Rührung.

  1. 4. Ausführliche Beschreibung des Brautpaares

Hier geht es um die Charaktereigenschaften des Brautpaares und die Frage, warum die Partnerschaft so gut funktioniert. Es wird herausgestellt, in welchen Punkten sich die Beiden ähnlich sind, in welchen Eigenschaften sie sich total unterscheiden und in welchen Situationen sie sich perfekt ergänzen.

Auch dieser Teil kann schon sehr emotional und unterhaltsam sein.

  1. 5. Musik

Musik ist bei einer Freien Trauung ebenso wichtig und unabdingbar wie das Ja-Wort und der Kuss.

Denn nur die Musik schafft diese ganz besondere Atmosphäre und gibt dem Paar und den Gästen einen Moment, um durchzuatmen und sich von seinen Gefühlen tragen zu lassen.

Bei der Wahl der Musik seid Ihr völlig frei. Viele Hochzeitspaare wählen Lieder aus, die sie miteinander verbinden oder die sie an etwas ganz Bestimmtes erinnern. Es können aber auch einfach nur die Lieblingslieder des Paares sein oder die Lieder, die der/die Sänger/in am besten interpretieren kann.

Wenn die Musik vom Band gespielt wird, solltet Ihr darauf achten, dass die Lieder nicht immer in voller Länge abgespielt werden.

Musik kann auch im Hintergrund laufen, während Ihr z.B. ein Ritual macht oder Euch das Eheversprechen gebt.

  1. 6. Eheversprechen oder Liebesbekenntnis

Das Eheversprechen ist wahrscheinlich der emotionalste Moment der ganzen Trauung.

Wenn Ihr beide Euch in eigenen Worten sagt, was Ihr Euch für Eure Zukunft versprechen wollt, dann bleibt meistens kein Auge trocken – so rührend kommen diese Worte (nicht nur bei Braut und Bräutigam) an.

Schön ist es natürlich, wenn Ihr Euch Eure Eheversprechen vor allen laut vorlest, aber es gibt auch Brautpaare, die in diesem Moment kein Wort über die Lippen bringen.

In diesem Fall könnt Ihr Eure Eheversprechen auch einfach im Stillen durchlesen und danach z.B. in einem Umschlag versiegeln.

  1. 7. Ja-Wort

Auch das Ja-Wort hat es in sich.

Denn Ihr dürft Euch den Text aussuchen bzw. selbst schreiben und damit Eurem Ja-Wort eine ganz persönliche Note geben.

Schließlich sollt Ihr auch aus voller Überzeugung „Ja“ sagen können!

  1. 8. Ringtausch

Der Ringtausch ist ein ebenso altes wie auch aussagekräftiges Ritual, das die meisten Paare bei einer Freien Trauung einbinden. Wie die Ringe zum Ringtausch nach vorne kommen – ob sie z.B. von jemandem gebracht werden, einmal durch’s Publikum wandern oder schon vorne liegen – bleibt Euch überlassen.

Wichtig ist nur, dass die Ringe im richtigen Moment da sind 🙂

  1. 9. Kuss

Ein Muss bei jeder Freien Trauung ist der Kuss!

Ob hollywoodreif oder nur ganz zaghaft und innig – ohne Kuss läuft gar nichts 😉

  1. 10. Ritual

Es gibt unzählig viele Rituale, die man bei einer Freien Trauung einbinden kann.

Wichtig hierbei ist immer, dass sich das Brautpaar damit wohlfühlt und dass das Ritual zum Paar passt.

Eine ganze Reihe an Ritualvorschlägen findet Ihr im Bereich Traurituale.

  1. 11. Gute Wünsche für das Brautpaar

Wenn die Trauzeugen, enge Freunde oder Familienangehörige das Wort an Euch richten und Euch in Eurer Trauzeremonie ein paar gute Wünsche mit auf den Weg geben möchten, findet der Redner/die Rednerin immer eine schöne Stelle, um diese Wünsche einzubinden.

Das können ganz weltlich formulierte Wünsche sein. Aber auch ein Gedicht, eine Geschichte oder ein schöner Texte mit einer liebevollen Botschaft eignen sich hierfür.

  1. 12. Schlussansprache

Am Ende kommt die sog. Schlusspredigt – eine kurze Ansprache, die das Hochzeitspaar und die Gäste noch einmal zum Nachdenken oder Schmunzeln anregen soll.

Oft sucht der Redner/die Rednerin einen passenden Text dafür aus oder schreibt selber etwas für das Paar. Manchmal wünscht sich das Brautpaar auch einen ganz speziellen Text, eine Buchstelle oder ein Gedicht, das am Ende vorgelesen werden soll.

  1. 13. Verabschiedung

Bei der Verabschiedung werden meistens noch ein paar organisatorische Dinge gesagt.

Der Redner/die Rednerin bedankt sich bei allen und leitet dann den Auszug und das Fest ein.

  1. 14. Auszug

Beim Auszug geht das Paar definitiv gemeinsam dorthin, wo die Gäste gratulieren und mit ihm anstoßen dürfen. Dazu stehen die Gäste meistens alle auf, pusten vielleicht noch ein paar Seifenblasen oder werfen mit Blütenblättern, Ricebutterflies u.a. und gehen dann hinter dem Paar her.

Ihr könnt aber auch bestimmen, dass zuerst die Gäste „ausziehen“ sollen (um z.B. ein Spalier zu bilden)  und Ihr am Schluss kommt.

Wie immer, dürft Ihr entscheiden wie es laufen soll.

 

Gibt es auch bei Freien Trauungen ein Ablaufheft?

Natürlich könnt Ihr auch bei einer Freien Trauung ein Pendant zum Kirchenheft gestalten und Euren Gästen damit den Ablauf und den Inhalt der Trauzeremonie veranschaulichen.

Wobei ich Euch gleich eines verraten kann: Eure Gäste werden nicht oft in dieses Ablaufheft schauen, weil sie viel lieber zu Euch nach vorne kucken, um nichts zu verpassen 😉

 

Wer hilft uns, den Ablauf der Freien Trauung zu planen?

Im Normalfall sollte Euch Euer Traurednerin/Eure Traurednerin bei der Planung und Gestaltung Eurer Freien Trauung beraten. Er/sie weiß am besten, was gut funktioniert, was sich schön einbinden lässt und was vielleicht zu langatmig oder kompliziert wird.

 

Sollten wir den Ablauf der Trauzeremonie mit jemandem abstimmen?

Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn alle Beteiligten einen groben Ablauf Eurer Zeremonie vorab bekommen. Das sind vor allem die Musiker, Trauzeugen und diejenigen, die etwas zur Zeremonie beitragen (in Form von guten Wünschen oder eines Rituals).

Ansonsten dürft Ihr Euch bei Eurer Freien Trauung einfach fallen lassen und ganz entspannt genießen. <3

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Über mich

Susi Gamber, freie Traurednerin

Hallo! Schön, dass du da bist.
Ich bin Susanne Gamber und mit Herz und Seele freie Traurednerin. Mehr über mich als freie Traurednerin erfährst du unter freie-traurednerin.de

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