Handfasting
Handfasting oder Bandritual – ein schönes Ritual mit keltischen Wurzeln
Foto: Andreas Nusch

Handfasting oder Bandritual – ein schönes Ritual mit keltischen Wurzeln

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Das Handfasting, das Bandritual oder die Handverbindung ist ein sehr altes und immer noch beliebtes Ritual bei Freien Trauungen. Aber woher stammt dieser Brauch eigentlich?

Der Ursprung des Handfasting

Beim „Handfasting“ werden die Hände eines Hochzeitspaares miteinander verbunden. Dieser rituelle Brauch wurde erstmals bei den Kelten eingesetzt, um so die Verbindung des Paares während einer Trauzeremonie symbolisch zum Ausdruck zu bringen. Oft waren das Paare, die sich keine Eheringe leisten konnten, aber trotzdem eine sichtbare Verbindung in Anwesenheit der Hochzeitsgäste eingehen wollten.

Vielleicht kommt daher auch der Ausdruck „den Bund für’s Leben schließen„.
Das Wort „Handfeste“ bezeichnete früher nämlich, dass man einen schriftlichen Vertrag miteinander geschlossen hat. Das Eheversprechen war zu damaliger Zeit (und auch heute noch) ein ebenso bindender Vertrag – eben ein „Bund für’s Leben“.

 

Das Handfasting-Ritual – so funktioniert’s

Handfasting

Beim Handfasting stellen sich Braut und Bräutigam gegenüber und halten sich an beiden Händen. Die Freie Rednerin oder der Freie Redner legt dann ein Tuch über die Hände des Hochzeitspaares und macht einen Knoten darum. Das Tuch ist oft einfarbig – es können aber die Namen des Paares oder das Hochzeitsdatum eingestickt werden, um es als Erinnerungsstück an diesen besonderen Moment noch etwas persönlicher zu gestalten.

Dann hat das Paar die Möglichkeit, sich ein Eheversprechen, ein Liebesbekenntnis oder eine Treuegelübde zu geben. Im Anschluss stellt der Redner/die Rednerin noch die Frage nach dem „Ja-Wort“ und dann wird diese Verbindung mit einem Kuss des Brautpaares besiegelt.

Wem der keltische Ursprung wichtig ist, der kann auch noch einen Elementsegen einbinden.

 „Über euch die Sterne, unter euch die Steine.

Im Osten die Luft, im Süden das Feuer, im Westen das Wasser, im Norden die Erde.

Wenn auch die Zeiten vergehen, erinnert euch an dies:

Wie die Sterne soll eure Liebe überdauern,

wie die Steine soll eure Liebe beständig sein.

Wie die Luft soll eure Liebe erfrischend und allgegenwärtig sein.

Wie das Feuer soll eure Liebe leidenschaftlich und hell sein.

Wie das Wasser soll eure Liebe lebensspendend und unendlich sein.

Wie die Erde soll eure Liebe nährend und voller Geborgenheit sein.

Seid euch nah, doch nicht zu nah.

Erfüllt einander, doch seid verständnisvoll.

Habt Geduld miteinander, denn Stürme werden kommen, aber auch schnell wieder vergehen.

Schenkt einander Anerkennung und Wärme.

Liebt einander und genießt die Sinnlichkeit.

Habt keine Angst und lasst nicht zu, dass anderer Taten oder Worte euch erschüttern, denn Ihr habt Euch und seid gemeinsam stark.

 

Ein weitere schöner Spruch kann sein: „Der Knoten ist gebunden und Eure Liebe schützend umwunden.“

Erst am Ende dieses „Trauaktes“ wird der Knoten wieder gelöst und das Tuch wird abgenommen.

Auch hier kann man etwas sagen, wie z.B. „Das Band wird nun entfernt, aber Eure Herzen sind nie wieder voneinander getrennt.

 

Handverbindung mit selbst gestaltetem Tuch

Noch schöner ist das Handfasting, wenn es mit einem selbst gestaltetem Tuch ausgeführt wird.

Hier können beispielsweise die Mütter des Hochzeitspaares zum Einsatz kommen und ihren Kindern ein schönes Tuch zusammen nähen, wie z.B. eine Art Quilt oder eine Patchwork-Decke.

Eine schöne Idee ist auch, wenn Ihr zwei Flaggen zusammen näht, weil Ihr oder Eure Familien vielleicht aus unterschiedlichen Ländern kommt/kommen (es können auch verschiedene Bundesländer sein).

 

Das Bandritual – Weiterentwicklung des Handfastings

Eine etwas modernere Art des Handfastings ist ein Ritual mit verschiedenfarbigen Bändern. Ich nehme dazu gerne Seidenbänder, an deren Ende ein Glöckchen und ein Herz befestigt ist.

Und so geht’s:

Die Rednerin/der Redner wickelt drei Bänder um die Hände des Brautpaares. Diese drei Bänder symbolisieren die Familien der Braut, des Bräutigams und die „neue“ gemeinsame Familie.

Die Herzen symbolisieren die Liebe, die das Brautpaar begleiten soll. Und jedes Mal, wenn das Paar in seiner Ehe ein Glöckchen klingeln hört, soll es daran erinnert werden, was es sich versprochen hat und es soll daran daran denken, dass alle nun zu einer großen Familie geworden sind.

Wenn das Hochzeitspaar schon ein oder mehrere Kinder hat, können auch diese mit einem farbigen Band dazu genommen und so zur Geltung gebracht werden.

Wie Ihr seht, könnt Ihr auch dieses „alte Ritual“ wunderbar modernisieren und für Euch passend abwandeln. Eurer Fantasie ist dabei – wie bei jeder Freien Trauung – absolut keine Grenzen gesetzt.

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Über mich

Susi Gamber, freie Traurednerin

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Ich bin Susanne Gamber und mit Herz und Seele freie Traurednerin. Mehr über mich als freie Traurednerin erfährst du unter freie-traurednerin.de

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